Konzernjob passt nicht mehr zu mir.
Ich will raus.
Aber wohin?
Keine Ahnung.
Vielleicht einfach erstmal raus.
Vielleicht ein Sabbatical.
Vielleicht Selbstständigkeit.
Vielleicht irgendwas ganz anderes.
Eigentlich könnte ich mir auch ein richtiges Aussteigerleben vorstellen.
Weniger arbeiten.
Weniger besitzen.
Weniger müssen.
Einfach anders leben.
Und dann werde ich Papa.
Und plötzlich ist da ein Kind, das mich braucht.
Ein Kind mit Behinderung.
Ein Kind, für das wir auf Hilfsmittel angewiesen sind.
Auf Pflege.
Auf Krankenkasse.
Auf Kita.
Auf Anträge.
Auf Menschen und Institutionen, die darüber entscheiden, was möglich ist.
Auf einmal ist „einfach aussteigen“ nicht mehr ganz so einfach.
Und trotzdem ist dieser Wunsch nicht verschwunden.
Im Gegenteil.
Vielleicht ist er sogar wichtiger geworden.
Denn ich merke immer mehr, wie viele Vorstellungen von einem guten Leben wir übernehmen, ohne sie jemals wirklich zu hinterfragen.
Wie viel Arbeit muss sein?
Wie viel Geld brauchen wir?
Was bedeutet Erfolg?
Was ist ein „guter“ Vater?
Was ist ein vernünftiger Lebenslauf?
Was muss man aus seinem Leben machen?
Und wer bin ich eigentlich, wenn ich versuche, auf all diese Fragen nicht mehr die erwartete Antwort zu geben?
Ich habe darauf keine fertigen Antworten.
Ich glaube auch nicht mehr, dass ich sie brauche.
Mich interessiert inzwischen etwas anderes:
Wie können wir ein gutes Leben finden, das nicht ständig danach fragt, ob es auch ein erfolgreiches Leben ist?
Ein Leben, das Platz lässt für Langsamkeit.
Für Familie.
Für Care.
Für Zweifel.
Für Umwege.
Für Dinge, die sich nicht rechnen.
Und für die Möglichkeit, nicht genau der Mensch zu werden, der man einmal werden sollte.
Vielleicht geht es beim Aussteigen deshalb gar nicht darum, das System vollständig zu verlassen.
Vielleicht geht es darum, innerhalb und außerhalb davon wieder mehr selbst zu entscheiden, wie das eigene Leben aussehen darf.
Genau da beginnt für mich The Nobody.
Nicht jemand werden.
Sondern herausfinden, was übrig bleibt, wenn wir für einen Moment aufhören, jemand sein zu müssen.